Almen und ihre Bedeutung
Almen sind nicht nur ein zentrales Wesensmerkmal der Kulturgeschichte Österreichs und Rückgrat des Tourismus. Sie erfüllen viele weitere Funktionen. So sind sie ein Hort der Biodiversität, gut für unser Trinkwasser und verkleinern das Risiko von Naturgefahren. Vieles spricht dafür, Almen auch weiterhin zu bewirtschaften und ihre großflächige Umwandlung in Wald zu verhindern. QUELLE: landschafftleben.at
Eine Alm ist dem Wortsinn nach eine Weide auf einem Berg. Oder, in einem Wort gesagt: eine Bergweide. Auch wenn wir beim Wandern durch Almgebiete häufig von der „schönen Natur“ sprechen, spiegelt sich darin im Grunde eine falsche Sichtweise wider. Almen sind Kultur-Landschaften, die von Menschen in der Regel schon vor Jahrhunderten oder länger durch die Rodung von Wäldern angelegt wurden. Sie blieben nur aufgrund regelmäßiger Beweidung durch Nutztiere bis heute bestehen. Ohne diese Beweidung oder das Mähen zur Heugewinnung würden die meisten Almen wieder zu dem werden, was sie einst waren: Wälder. Viele ihrer Funktionen gingen dadurch verloren.
So kann man Almen innerhalb Österreichs als Hort der Biodiversität bezeichnen. Auf einer durchschnittlichen Almweide finden mehr Pflanzenarten Lebensraum als in einem Wald. Das liegt vereinfacht gesagt auch daran, dass es in Österreich von Natur aus mehr Licht- als Schattenpflanzen gibt und ein geschlossener Wald den Boden großflächig beschattet. Auch Gehölzarten an sich kommen vergleichsweise wenige vor, selbst in einem sehr naturnahen Wald.
1. Mehr als nur schön
Almen sind viel mehr als idyllische Ausflugsziele mit beeindruckendem Bergpanorama. Sie erfüllen zahlreiche Aufgaben für Mensch, Natur und Gesellschaft.
2. Almen liefern Lebensmittel aus nachhaltiger Produktion
Mit ihrer Bewirtschaftung erhalten unsere Bergbäuerinnen und Bergbauern eine jahrtausendealte Tradition und Kulturtechnik.
3. Almen reduzieren Naturgefahren
... und fördern Trinkwasserbildung. Lässt man das Gras wachsen, biegt es sich unter Schneelast und bildet eine Rutschfläche für Gleitschneelawinen. Kurzes Gras formt dagegen eine rauere Oberfläche. Das ist auch ideal für Skipisten. Almweiden sind gut für die Trinkwasserbildung, da sie weniger Niederschlagswasser wieder an die Atmosphäre abgeben als Wald.
4. Almen sind Rückzugsort
... der extensiven Grünlandwirtschaft und Hort der Biodiversität. Almen zählen zu den artenreichsten Lebensräumen Österreichs. Die vielfältigen Standorte und die Bewirtschaftung schaffen wertvolle Lebensräume für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten. Ohne landwirtschaftliche Nutzung würden viele Almflächen verwalden und ihre Artenvielfalt verlieren.
5. (Kultur-)Landschaften können sich positiv auf die Gesundheit auswirken
Almen sind nicht nur wertvolle Lebensräume, sondern auch wichtige Erholungsorte. Die abwechlungsreiche Kulturlandschaft kann das Wohlbefinden fördern, Stress reduzieren und die Konzentrationsfähigkeit steigern. Gerade in einer zunehmend urbanen Welt bieten Almen einen wichtigen Ausgleich.
Klar ist:
Ohne die Bewirtschaftung durch Bergbäuerinnen und Bergbauern würden viele Almflächen vrerwalden und wertvolle Lebensräume, Traditionen und Kulturlandschaften verloren gehen.